Biografisches
Geboren wurde ich vor über vier Jahrzehnten in einem verlassenen Winkel Deutschlands, wo sich des Nachts Hexen und Dämonen im Wald verkriechen, wo Väter ihren Kummer in selbstgebrautem Bier ersäufen — irgendwo zwischen brennenden Kartoffelfeldern.
Doch war ich — wie unzählige andere auch — ein Fremder, ein Kiesel, von der letzten großen Eiszeit weit über das Land geschleift, liegengelassen irgendwo und für ewig ein Findling. Daran änderten auch der Austausch von Umfeld, Kleidung und Gesinnung nichts.
Gelernt habe ich die in unserem Land verbindlichen Regeln von Anstand und Rechtschreibung, etwas über die Wandervereine des Julius Cäsar, dass Kurvendiskussion keine andere Meinung akzeptiert, sowie den Zusammenhang von Stahlverarbeitung und weltweiter Armut. Und, nicht zuletzt, wie wichtig es ist, Schiller zu lieben, aber möglichst wenig über alles zu wissen, was Luxemburg heißt.
Gearbeitet habe ich seit meiner Entlassung aus dem Bilddungsvollzug an dem Versuchaufbau eines möglichst normalen Lebens — der mir eher schlecht als recht gelang. Zwar unterhielt ich verschiedene Verhältnisse zu Arbeitgebern, wurde jedoch stehts nur mit Geld abgespeist. Und jedes damit erkaufte Glück unterlag einer solch gefräßigen Inflation, dass es unweigerlich früher oder später zum Bankrott kommen musste.
Eine Familie zu gründen war ein naheliegender Versuch zur Selbstsozialisation — mit allen Risiken und Nebenwirkungen, die einem Arzt und Apotheker immer verschweigen. Und nirgendwo liegen Glück und Wahnsinn so eng beeinander wie in den hellen Stimmen der eigenen Kinder oder in den dunklen Zimmern zur Nacht, die man auf Zehenspitzen über Legosteine und Manga-Hefte hinweg durchquert, um nach dem Rechten zu sehen...
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